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ERP7 Min. Lesezeit

Order-to-Cash: 5 Phasen, die dein ERP wirklich abbilden muss

Order-to-Cash ist der Geld-Prozess deines Unternehmens. Fünf Phasen, fünf Übergaben, fünf Medienbruch-Risiken. Wer sie vor der ERP-Auswahl kennt, stellt im Demo die richtigen Fragen.

DT
David Tatzl
26 June 2026 · Gründer onboos
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TL;DR: Order-to-Cash ist der Weg von der Bestellung bis zum Geld auf deinem Konto, fünf Phasen mit fünf Übergaben. Die meisten ERP-Demos zeigen Einzelfunktionen, nicht das Zusammenspiel. Genau da entscheidet sich, ob dein ERP hilft oder du überall nacharbeitest. Skizziere deinen O2C-Ablauf Phase für Phase, bevor du die nächste Demo buchst.

Order-to-Cash (kurz O2C) beschreibt den Weg von der Kundenbestellung bis zum Geldeingang auf deinem Konto, auch bekannt als der Order-to-Cash Prozess. Fünf Phasen, fünf Übergaben. Jede davon ist ein potenzieller Medienbruch.

Die meisten ERP-Demos zeigen dir Einzelfunktionen: Auftrag anlegen, Rechnung drucken, Zahlung buchen. Was sie nicht zeigen: wie die fünf Schritte in der Realität ineinandergreifen. Und genau da entscheidet sich, ob dein ERP dir hilft oder ob du trotzdem überall nacharbeiten musst.

Was ist Order-to-Cash? Definition und ERP-Relevanz

Order-to-Cash, kurz O2C, ist die Vertriebsseite deines Geschäfts. Alles was mit Kundenauftrag beginnt und mit Zahlungseingang endet. Das klingt linear. In der Praxis ist es ein Staffellauf zwischen Vertrieb, Lager, Versand, Buchhaltung und manchmal noch dem Mahnwesen.

Der O2C Prozess ist deshalb der beste Lackmustest einer ERP-Auswahl: wer die fünf Übergaben sauber abbildet, hat alles andere meist auch im Griff. Wer hier Lücken hat, flickt später mit Excel.

Die relevante Kennzahl: der Cash Conversion Cycle (CCC).

CCC = DIO + DSO − DPO
  • DIO (Days Inventory Outstanding): Wie lange liegt deine Ware im Lager?
  • DSO (Days Sales Outstanding): Wie lange brauchst du vom Rechnungsdatum bis zum Zahlungseingang?
  • DPO (Days Payable Outstanding): Wie lange lässt du dir mit der Lieferantenzahlung Zeit?

Ein niedriger CCC bedeutet: dein Kapital ist kurz gebunden. Dein ERP sollte diese Zahl sichtbar machen, nicht verstecken.

Phase 1: Auftragserfassung

Der Auftrag kommt rein. Per E-Mail, aus dem Webshop, über EDI, telefonisch. In vielen Unternehmen landet er in drei verschiedenen Stellen gleichzeitig: Outlook-Postfach, Telefonnotiz, ERP.

Was ein gutes ERP hier leisten muss:

  • Auftrag unabhängig vom Eingangskanal am gleichen Ort erfassen
  • Verfügbarkeit prüfen bevor Lieferzusage gegeben wird
  • Kundenspezifische Preise und Rabatte automatisch ziehen

Das Problem in der Praxis: viele Systeme können Aufträge erfassen, aber nicht konsolidieren. Wenn dein Vertrieb Aufträge noch manuell aus E-Mails übertippt, verlierst du hier die erste Phase.

Phase 2: Auftragsbestätigung

Der Auftrag ist drin. Jetzt muss der Kunde wissen dass du ihn angenommen hast, und wann er die Ware bekommt.

Einfach klingt das. In der Praxis hängt die Lieferzeit aber von Verfügbarkeit, laufenden Bestellungen beim Lieferanten und internen Prioritäten ab. Ein ERP das nur "Bestand vorhanden: ja/nein" kennt, kann keine verlässliche Lieferzusage geben.

Was ich in Projekten immer wieder sehe: Auftragsbestätigungen die rausgehen bevor jemand wirklich geprüft hat ob die Ware greifbar ist. Das schafft Folgeaufwand, Eskalationen und schlechte Bewertungen.

Phase 3: Kommissionierung und Versand

Lager und Vertrieb reden selten die gleiche Sprache. Der Auftrag steht im ERP. Der Lagerarbeiter arbeitet mit einem Kommissionierschein. Und irgendwo zwischen diesen beiden Welten passieren Fehler.

Ein gut eingerichteter O2C Prozess im ERP überbrückt das: automatischer Kommissionierauftrag nach Auftragsbestätigung, Statusrückmeldung aus dem Lager in Echtzeit, und ein Lieferschein der mit der tatsächlichen Ware übereinstimmt.

Klingt selbstverständlich. Ist es nicht. Die meisten ERP-Probleme im KMU die ich sehe, entstehen genau hier: Lieferschein und tatsächliche Sendung stimmen nicht überein. Nacharbeit in der Buchhaltung.

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Phase 4: Rechnungsstellung

Wenn Lieferschein und Rechnung automatisch verknüpft sind, ist Phase 4 trivial. Wenn nicht, ist sie ein Aufwandsmultiplikator.

Der häufigste Fehler: Rechnung wird manuell auf Basis des Auftrags erstellt, nicht auf Basis der tatsächlichen Lieferung. Differenzen entstehen, Korrekturen folgen, der DSO steigt.

Ein sauber konfigurierter Order-to-Cash Prozess im ERP zieht die Rechnung direkt aus dem Lieferschein. Keine manuelle Übertragung, kein "ich dachte wir haben alle fünf geliefert".

Phase 5: Forderungsmanagement

Die Rechnung ist draussen. Jetzt zählt die Zeit. DSO ist keine abstrakte Kennzahl, sondern bares Geld das noch nicht auf deinem Konto ist.

Was dein ERP hier leisten muss:

  • Offene Posten sichtbar machen nach Fälligkeit
  • Automatische Mahnläufe konfigurierbar nach Kundenkategorie
  • Zahlungseingänge automatisch gegen offene Posten buchen

Der letzte Punkt ist unterschätzter Aufwand. In vielen Unternehmen sitzen Buchhalterinnen täglich und ordnen Bankeingänge manuell zu. Jede ERP-Demo sollte zeigen wie das System mit Zahlungsreferenzen umgeht.

Warum die fünf Phasen das ERP entscheiden

Eine ERP-Plattform wie xentral, weclapp oder andere kann den Order-to-Cash Prozess sehr unterschiedlich umsetzen. Manche haben alle fünf Phasen nativ. Manche brauchen Module. Manche brauchen Anpassungen.

Was du in einer Demo prüfen solltest: zeig mir einen Auftrag von Phase 1 bis Phase 5 ohne manuellen Eingriff. Wenn der Anbieter das nicht zeigen kann, zeigt er dir Einzelfunktionen, keine Prozesskompetenz.

Der Order-to-Cash Prozess ist dein Umsatz-Motor. Ein ERP das ihn vollständig abbildet, gibt dir Zeit zurück. Eines das es nicht tut, bindet sie.

Was du jetzt tust

Nimm dir 30 Minuten und skizziere deinen aktuellen O2C Ablauf. Phase für Phase. Wo gibt es manuelle Schritte. Wo gibt es Medienbrüche. Wo wirst du regelmässig gebremst.

Diese Skizze ist die beste Vorbereitung auf jede ERP-Demo. Und sie ist die Grundlage für einen CCC der sich sehen lassen kann.

Wenn du beim ERP Lastenheft anfangen willst, hol dir den Guide. Er enthält eine Vorlage speziell für die Prozessaufnahme, inklusive Order-to-Cash.

ERP Lastenheft-Guide herunterladen

Liebe Grüsse, David

P.S. Wenn du unsicher bist ob dein aktuelles ERP den O2C Prozess wirklich sauber abbildet, lass uns das gemeinsam anschauen. 30 Minuten, klare Einschätzung. Zum Erstgespräch

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